Die  Preußischen  Polizei  Lochungen0
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Runderlass

Ab Ende 1926 wurden bei der Polizeibehörde Berlin alle als Rückporto, Gebühren oder Strafen eingehenden Postwertzeichen mit den Buchstaben `` POL ´´ durchlocht und den Dienststellen als Dienstmarken zur Verfügung gestellt. Das Polizeipräsidium Frankfurt / Main schloß sich dieser Regelung etwa 1927 an, Hagen folgte 1929. Schließlich ordnete ein Runderlass des Preuß. Ministers des Innern vom 8.4.1930 für alle staatlichen Polizei- behörden Preußens an, daß die als Auskunftsgebühr eingehenden Postwertzeichen nach der Kenntlichmachung mit der Durchlochung `` POL ´´ als Portodienstmarken zu verwenden seien. Ausgenommen hiervon blieben Pol. Verwaltungen mit Frankotypmaschinen, die keine Dienstmarken brauchten.    

 

 

  

                             Verwendung von Postwertzeichen, die bei den Einwohnermeldeämtern eingehen.                

                      RdErl. b. MdI. v. 8.4.1930      - II C II 1 Nr. 93 IV / 29.

                      Sofern eine anderweite Verwendung der bei den Einwohnermeldeämtern als Aukunftsgebühr eingehenden Postwertzeichen

                      ( auch der über den Wert von 20 Rpf. ) nicht angängig ist, sind die von Zeit zu Zeit an die Kanzlei --- Absendestelle --- gegen

                      Empfangsbescheinigung abzugeben und von dieser als Portodienstmarken zu vereinnahmen und zu verwenden. Die Kosten

                      für diese Portodienstmarken sind ebenfalls bei Kap. 91 Tit. 26 Nr. 3 zu verrechnen.

                      Die Einwohnermeldeämter empfangen gleichzeitig auf Grund einer ordnungsmäßigen Ausgabeanweisung, der die Empfangs-

                      bescheinigung der die Kanzlei über den Wert der abgegebenen Postwertzeichen beizufügen ist, von der Pol.- Kasse den

                      Gegenwert in Verwaltungsgebührenmarken.

                      Um diese Postwertzeichen als Portodienstmarken kenntlich zu machen, sind sie von den Einwohnermeldeämtern mit einem

                      Stempel der vorstehende Abmessungen haben muß, zu durchlochen. Die Kosten für die Beschaffung der Stempel sind aus

                      den laufenden Kassenanschlagmitteln ( Kap.91 Tit. 26 Nr. 1 ) zu bestreiten.

                      Pol. - Verwaltungen, die mit einer Francotypmaschine ausgestattet, und demzufolge nicht in der Lage sind, die Postwertzeichen

                      als Portodienstmarken zu verwenden, ersuche ich, mit der Oberpostdirektion in Verbindung zu treten, daß das zuständige

                      Postamt die nicht verwendbaren Postwertzeichen gebührenfrei gegen Freistemplerwertkarten umtauscht, wie dies bereits

                      teilweise geschieht. Um zu vermeiden, daß beim Umtausch an den Postschaltern durch die Freistellung des Wertes der Marken

                      unnötige Zeitverluste eintreten , sind die Postwertzeichen von den Einwohnermeldeämtern übersichtlich zu je 100 Stück für jeden

                      Markenwert auf einen Bogen Papier aufzukleben.

                      Hinsichtlich des Umtausches gegen Verwaltungsgebührenmarken bei der Pol. - Kasse und des buchmäßigen Nachweises der

                      beschafften Freistemplerwertkarten ist wie vorstehend zu verfahren, mit der Maßgabe, daß die Pol. - Kassen die Bogen, auf die

                      die Postwertzeichen aufgeklebt sind, wie Bargeld zu behandeln haben.

                      Zusatz für den Reg. - Präs. Oppeln : Auf den Bericht vom 25.11.1929 - I a 6 Nr. 1447.

                      An die staatl. Pol. - Behörden ( ohne Landjägerei ).

                                                                                                          --- MBliB.  S. 323